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neoboy work
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Zu Ärzte ohne Grenzen bin ich durch Zufall gekommen, als ich damals meine Freundin in einem MSF-Projekt in Swasiland besucht habe. Ein Jahr später saß ich dann selber in einem kleinen Propeller-Flugzeug. Hinter mir ein kurzes Briefing in Juba und vor mir die unendliche Weite des Südsudan – neun Monate voller Ungewissheit. Mein erstes Projekt als Log Focal Point in einem Primary Health Care Center im Norden des Südsudan. Höchste Müttersterblichkeit weltweit, Malaria-Gebiet. Eine Woche Einarbeitungszeit, danach drückt mir mein französischer Vorgänger die Schlüssel in die Hand "My friend, you are in charge now... ". Lokale Mitarbeiter, externe Mitarbeiter (Expats). Eine Klinik, Notaufnahme, Kinderstation, Labor, Operationszelt, Lagerhalle, Diesel-Generatoren, Latrinen, Brunnenpumpe, 15 Autos (Landcruiser), Waren, Logistik, Essen usw. – mitten im Nirgendwo. Als ich nach neun Monaten wieder heil zurückkam, war ich ein paar Kilo leichter und tausend Erfahrungen reicher. Das war mein Anfang als "Log" für Médecins Sans Frontières.

Weiter ging es mit der "Flüchtlingskrise" 2015 im Balkan. Menschen auf der Flucht – zu Fuß! Alte, Junge, Kinder, Kranke. Wir haben manchmal keine Vorstellung davon was es bedeutet alles zu verlieren. Angehörige, Besitz, einfach ALLES. Angewiesen auf Hilfe, bedrängt von Menschen, die auch noch das Letzte von einem haben wollen. Kein Wohlfahrtsstaat, keine Aufbauhilfe in der Heimat: Krieg und Vertreibung. Auf der Flucht, in einem Lager, für unbestimmte Zeit. Das ist eine der tragischsten Erfahrung, die man als Menschen machen kann. Ob allein, oder mit der Familie – die Zukunft ist ungewiss und die Welt kann jederzeit aus den Fugen geraten. Schön, wenn einem dann jemand hilft und dabei auch mal ein Lächeln schenkt.

Danach habe ich noch zwei weitere Projekte in Äthiopien und Brasilien gemacht, sowie eine Ausstellung, von Ärzte ohne Grenzen in Deutschland, logistisch begleitet. Zurzeit bin ich mit unserem Naturprojekt in Portugal beschäftigt, aber irgendwann geht es wieder ins field.