My god, Yoga?

neoyoga
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Nach meiner Zeit in der Werbung hab ich einige Jahre Yoga gelernt und unterrichtet. Im Strafvollzug, in unserer selbst gegründeten Frankfurter Yogaschule, in Gesundheitseinrichtungen und in privatem Einzelunterricht. Dabei habe ich mich ganzheitlich und professionell mit Yoga und der damit verbundenen Philosophie auseinandergesetzt. Eine Zeitlang habe ich nur davon gelebt und dabei Einblicke in den esoterischen Kosmos und das Geschäft mit Yoga bekommen.

Um die körperlichen, mentalen Probleme des modernen Lebens zu lindern und um sich davon abzulenken, praktizieren inzwischen weltweit millionen von Menschen Yoga. Gesundheit, Weiterbildung, Lifestyle, Erleuchtung. Business as usual, im großen Supermarkt der Esoterik. Ursprünglich war Yoga eine alte Philosophie, ein Dogma mit grundlegender Lehraussage, deren Wahrheitsanspruch als unumstößlich gilt. Das Yogasutra von Patanjali definierte den Sinn und Zweck von Yoga in klaren, aufbauenden Schritten, sowie auch andere alten Systeme der hinduistischen Philosophie (s. Samkhya, Vedanta) über die Erfahrung einer göttlichen oder absoluten Wirklichkeit handeln und um die Bemühungen um eine solche Erfahrung, nur mit dem Zweck der eigenen Befreiung.

Dabei ist nichts "heilig" an Yoga – weder die alte Lehre noch die neuen Gurus. Mathematik und Physik erkennen heute die Wirklichkeit deutlich besser. Das Universum ist nicht anthropozentrisch, sondern freier und weiter als alle menschlichen Vorstellungen und Dogmen zusammen – offene Weite, nichts von heilig :-)

J. Krishnamurti

Kein Guru, keine Methode, kein Lehrer, keine Sicherheit, keine Revolution, keine Reform, kein Gott, kein Glaube und schon gar keine organisierte Religion. Alle Ideologien, ob religiöse oder politische, sind idiotisch, denn es ist das begriffliche Denken, das begriffliche Wort, das die Menschen auf so unglückliche Weise spaltet.